SOFIA in Stuttgart

Fliegende Sternwarte: SOFIA zu Gast in Stuttgart

Früh morgens landete am vergangenen Montag das Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie SOFIA, ein Gemeinschaftsprojekt der NASA und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), am Flughafen Stuttgart. Am Mittwochabend startet es erstmals von Europa aus einen Wissenschaftsflug und fliegt am Freitag, dem 20. September, vormittags wieder in die USA zurück.

Im Rumpf der Boeing 747SP befindet sich ein in Deutschland hergestelltes Spiegelteleskop. Dieses ermöglicht in Kombination mit der hohen Flughöhe von zwölf bis zu knapp 14 km Beobachtungen in einem weiten Infrarotbereich, der für Observatorien auf der Erde aufgrund von Absorptionen durch Wasserdampf nur schwer zugänglich ist. Die Koordination des wissenschaftlichen Betriebs übernimmt auf deutscher Seite das Deutsche SOFIA-Institut (DSI) der Universität Stuttgart.

Nahaufnahme von SOFIA
Das Gemeinschaftsprojekt SOFIA ist seit dem 30. November 2010 im Einsatz.

Wissenschaftsflug über Europa

Am Mittwoch, dem 18. September, bricht der Jumbo Jet gegen 19:40 in Richtung Frankreich auf und wird im Rahmen einer Forschungsmission zwölf Länder überqueren. Die Mission von Europa aus zu starten bietet den Vorteil, dass SOFIA weitaus nördlicher fliegt, als es bei einem Start von der Heimatbasis im Kalifornischen Palmdale der Fall wäre. Denn an den Polen befindet sich weniger Wasserdampf in der Atmosphäre über der fliegenden Sternwarte, wodurch die Beobachtungsbedingungen günstiger sind. Auf der Mission „erkunden Wissenschaftler die Umgebung von Schwarzen Löchern und gehen der Frage nach, ob Dunkle Energie unser Universum wirklich immer schneller auseinandertreibt“, erklärt Prof. Pascale Ehrenfreund, die Vorstandsvorsitzende des DLR.

Für den zehnstündigen Flug sind zudem noch weitere wissenschaftliche Beobachtungen vorgesehen. So nehmen die Astronomen unter anderem auch eine Region im Sternbild Schlange vom Himmel über Frankreich aus ins Visier – Denn dort befindet sich eine Formation äußerst junger Sterne, bei welchen die Forscher die Sternenentstehung nahezu von Beginn an beobachten und mehr über den Prozess herausfinden können. Außer den Wissenschaftlern ist unter anderem auch ein Preisträger von „Jugend forscht“, einem Forschungswettbewerb für Schüler und Jugendliche, an Bord.

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