Elementary School, Middle School und High School – Das amerikanische Schulsystem

Das Bildungs- und das Schulsystem in den USA unterscheidet sich in vielen Punkten von unserem Schulsystem in Deutschland. Hier erfährst Du welche Vor- und Nachteile das amerikanische Schulsystem bietet.

Die Vereinigten Staaten sind in einzelne Bundesstaaten unterteilt, welche jeweils für ihre eigene Bildungspolitik verantwortlich sind. Ähnlich wie in Deutschland, wo jedes Bundesland für die Bildungspolitik verantwortlich ist. Die beschriebenen Unterschiede treffen verallgemeinert für die meisten Bundesstaaten zu. Bei einigen Bundesstaaten kommt es natürlich zu Unterschieden, die in diesem Artikel nicht beschrieben werden.

Schularten

Das Schulsystem in Amerika ist staatlich. Das bedeutet, dass bis zum Abschluss der allgemeinen Schulpflicht alle die Möglichkeit haben, kostenlos eine Schule zu besuchen. Ungefähr 90 % der Schüler gehen auf eine staatliche Schule. Die restlichen 10 % besuchen eine Privatschule.

Daneben gibt es auch noch das sogenanntes Homeschooling. Hier werden die Kinder von ihren Eltern unterrichtet und gehen nicht in die Schule. Oftmals sind diese Eltern nicht zufrieden mit dem Schulstoff, der den Kindern in der Schule beigebracht wird und die Eltern unterrichten ihre Kinder selber.

Ablauf

Preschool / Kindergarten

Mit fünf Jahren gehen die Kinder in den „Kindergarten“, eine Vorschule. Hier werden sie mit Sprachspielen, Schreibübungen und Liedern auf den Schulalltag vorbereitet. Neben dem Lernen steht hier aber auch noch das Spielen im Vordergrund.

Elementary School

Mit sechs oder sieben Jahren werden die Kinder in Amerika für gewöhnlich eingeschult und besuchen die Elementary School, ähnlich wie eine Grundschule. Diese geht je nach Schulbezirk bis zur 6. oder 8. Klasse. Ein Schultag umfasst ungefähr sechs Stunden und die Schüler lernen, wie in Deutschland, vor allem Rechnen, Lesen und Schreiben. Jeder Schultag beginnt mit einem Treuegelöbnis auf die Verfassung. Nach jedem Schuljahr werden die Klassen neu zusammengesetzt. Es kann aber sein, dass man die ganze Grundschulzeit immer den gleichen Lehrer hat, da es an vielen Grundschulen einen Lehrermangel gibt.

Junior High School / Middle School

Nach der Grundschulzeit geht man auf die Junior High School oder auf die Middle School. Diese startet je nach Schulbezirk ab der 7. oder 9. Klasse. Die High School und die Middle School unterscheiden sich darin, dass in der Middle School alle Schüler auf dem gleichen Niveau sind. Dagegen kann man in einer Junior High School in einigen Fächern auf einem sehr hohen Niveau sein, aber in einem anderen noch weit zurück liegen. Es gibt jedoch nicht wie in Deutschland drei verschiedene Schularten.

High School

Die High School umfasst in der Regel die neunte bis zwölfte Klasse. Neben dem normalen Unterricht gibt es noch AP-Programme (Advanced Placement Program) bei denen Schüler Punkte sammeln können, die ihnen dann im College (Universität) anerkannt werden. In einer Abschlussprüfung können die Schüler ein High School Diploma erlangen, dass ihnen die Berechtigung gibt, zu studieren. Bevor sie aber auf einem College aufgenommen werden, müssen sie noch weitere Prüfungen, wie den School Assessment Test, bestehen.

Schulalltag

Die meisten amerikanischen Schulen sind Ganztagsschulen. Die Schüler werden morgens von ihren Eltern zum Schulbus gebracht. Während der Schulzeit dürfen die Schüler das Schulgelände nicht verlassen. In der Mittagspause essen alle Schüler gemeinsam in der Kantine. Nachmittags finden viele verschiedene AGs statt. Manche Schüler spielen ein Instrument, andere über einen Sport aus und wiederum andere nehmen an einer Kunst AG teil. Abends werden die Schüler mit dem Schulbus nach Hause gebracht, wo die Eltern ihr Kind in Empfang nehmen.

Stundenplan

Der Stundenplan eines amerikanischen Schülers sieht anders aus, als der Stundenplan eines deutschen Schülers. Man hat 6 bis 7 Kurse, die jeden Tag in der gleichen Reihenfolge statt finden. Darunter sind Pflichtfächer, wie Mathe und Englisch, mindestens ein wissenschaftliches Fach, und Wahlfächer. Jeder Schüler hat seinen eigenen persönlichen Stundenplan. Manche Kurse finden auch mit Schülern höherer Klassen bzw. niedriger Klassen statt.

Noten

Die Noten in den USA werden nicht mit Zahlen unterschieden, sondern mit Buchstaben. Um ein „A“ zu erreichen, welches für „sehr gut“ steht, muss man 90 % richtig haben. Für ein „B“ muss 80 % richtig sein, für ein „C“ 70 % und so weiter. Alle Noten schlechter als „C“ bedeuten „nicht bestanden“. Die schlechteste Note lautet „F“. Jede Note selber kann noch mit einem Plus (+) oder mit einem Minus (-) differenziert werden.

Nach jedem Monat erhalten die Schüler Zeugnisse (Report card), die sie von ihren Eltern unterschreiben lassen müssen. Diese dienen jedoch nur zur Orientierung. Daneben gibt es noch die richtigen Quartalszeugnisse, die vier Mal im Jahr ausgeteilt werden.

 

Insgesamt kann man zusammenfassend sagen, dass es einige große Unterschiede zwischen dem amerikanischen und dem deutschen Schulsystem gibt. In den USA gibt es wenige Differenzierungsmöglichkeiten. Jedoch können Schüler Wahlfächer wählen, die sie interessieren und nicht jeder Schüler lernt genau das gleiche. Beide Bildungssysteme bieten viele Vor-, aber auch Nachteile und sind stark abhängig von den Bundesstaaten beziehungsweise Bundesländern.

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