Austauschjahr – bestes Jahr deines Lebens oder Zeitverschwendung?

Etwa 10.000 deutsche Schüler verbringen jedes Jahr ein Austauschjahr in einem anderen Land. Es gibt verschiedenste Gründe, warum sie sich dafür entscheiden, manche geben dem Drängen ihrer Eltern nach, viele wollen ihre Sprachkenntnisse verbessern und wenige glauben somit ihren Problemen aus dem Weg gehen zu können. Doch der häufigste Grund, warum Jugendliche den Wunsch haben, ein Austauschjahr zu machen, und sich somit freiwillig ein Jahr von ihrer Familie und ihren Freunden trennen, ist wohl der Traum ein anderes Land, eine andere Kultur hautnah kennen zu lernen und nicht nur die Fassaden, die man im Urlaub erlebt.

Es gibt etliche Argumente für und gegen ein Austauschjahr.
Weshalb sich viele Jugendliche dagegen entscheiden, ist die Angst, nach dem Jahr, das man in der deutschen Schule verpasst hat, keinen Anschluss mehr zu finden. Sie wollen die Klasse nicht wiederholen, glauben aber auch nicht, ohne das 11. Schuljahr problemlos in dem 12. Schuljahr zurecht zu kommen.
Einige glauben auch, zu viel zu verpassen, was zu Hause vor sich geht.
Und wiederum andere glauben im Austauschland keine Freunde finden zu können und dort allein zu sein.

Doch für die meisten Austauschschüler stellt sich nach dem Austauschjahr heraus, dass diese Sorgen völlig unbegründet waren.
Ein Austauschjahr ist eine der wenigen Chancen, ein Land richtig kennen zu lernen, die Menschen genau beurteilen zu können und auch durch die Schulzeit dort einen näheren Einblick in die Mentalität der Menschen zu gewinnen.

Weil man am Anfang auf sich allein gestellt ist, wird man auch noch viel selbstständiger und erweitert seinen Horizont.

Es gibt mit Sicherheit Tiefen wie Höhen während des Austauschjahrs und man darf sich unter keinen Umständen vorstellen, ein Austauschjahr wäre ein überdurchschnittlich langer Urlaub. Austauschjahr heißt, ein ganz normales Leben zu führen, nur in einem anderen Land, wo Langeweile oder Streit genau so alltäglich ist wie auch im Leben in Deutschland.

Ein paar der wichtigsten Eigenschaften, die man als Austauschschüler wohl mitbringen sollte, sind Offenheit, Anpassungsfähigkeit und Toleranz. Denn ohne diese Vorraussetzung, kann man schon von Anfang an sicher sein, dass man in seinem Austauschland nicht gut zurechtkommen wird.

Ein wichtiger Faktor beim Austauschjahr ist natürlich auch der finanzielle Aspekt. Viele Eltern sind nicht in der Lage, die Kosten zwischen 6.000 bis zu 15.000 Euro zu bezahlen. Es gibt aber einige Teilstipendien, die von gemeinnützigen Organisationen angeboten werden oder auch wenige Vollstipendien, unter anderem auch vom Bundestag. Die Vorraussetzungen für die meisten Stipendien sind gute bis sehr gute Noten, soziales Engagement und die Einkommenssituation der Eltern.

Wenn man sich schon für ein Austauschjahr entschieden hat, stellt sich nun die Frage in welches Land man denn überhaupt gehen möchte. Die meisten deutschen Austauschschüler entscheiden sich für die USA, vor allem wegen dem „school spirit“ und die Offenheit der meisten Menschen dort. Für viele Austauschschüler kommen nur englischsprachige Länder in Frage, da für sie das Verbessern ihrer Englischkenntnisse eine wichtige Rolle spielt. Deshalb sind auch Austauschländer wie Australien und Neuseeland sehr beliebt, vor allem jedoch wegen ihrer faszinierenden Landschaft. Wiederum andere wollen was ganz anderes erleben, und entscheiden sich deshalb für ein Austauschjahr in Südafrika, Südamerika oder Asien. Jeder Austauschschüler hat jedoch seine eigenen Träume, Vorstellungen von seinem Austauschjahr und man sollte abwägen, welche Dinge die wichtigste Rolle für einen im Austauschjahr spielen. Jedes Land hat seine Vor- und Nachteile, man kann unter keinen Umständen verallgemeinern welches Austauschland besser oder schlechter ist.

Eltern sollten ihre Kinder jedoch frei entscheiden lassen, in welches Land sie gehen möchten, da ein Jugendlicher, der immer davon geträumt hat sein Austauschjahr in z.B. Malaysia oder Thailand zu verbringen, von seinen Eltern schließlich gezwungen wird, in die USA zu gehen, durch seine ablehnende Haltung von Anfang an, unter Umständen im Austauschland unglücklich wird und anfängt, das Jahr zu bereuen.
Man sollte auf jeden Fall, die Chance wahrnehmen, ein Austauschjahr zu machen, da man diese Gelegenheit nie wieder in seinem Leben haben wird.

 

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