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Die Stirn bieten – Gastkommentar von Karl Georg Hamann

Die Welt befindet sich momentan im Umbruch. Unauflöslich geglaubte Verbindungen beginnen zu bröckeln oder werden bewusst strapaziert durch eine aggressive Wirtschaftspolitik und Kettensägen-Rhetorik.

Karl Georg Hamann (10aG) kommentiert diese neue geopolitische Situation, in der sich Deutschland und die EU heute wiederfinden. Er erinnert uns dabei auch an die Stärken Europas, auf die sich die Europäische Union und wir als europäische Zivilgesellschaft nun besinnen sollten.

Viel Spaß beim Lesen!

„Faire face“ lautet die Antwort von Claude Malhuret auf den „Kaiser Nero“ und seinen „Hoffnarren auf Ketamin“, die mit einer Abrissbirne und einer Kettensäge die Atlantikbrücke zerschlagen.

Trump und Musk haben seit dem 20. Januar zerstört, was wir den Westen nennen und unter ihm verstehen. Ein freiheitliches, demokratisches Bündnis, das diplomatisch agiert und auf Freihandel setzt. Doch mit der Ankündigung, Grönland notfalls auch militärisch zu einem Teil von Amerika zu machen, tritt er diese Werte und die Nato, die er schon immer verachtete – wie Regeln und Institutionen im Allgemeinen – mit Füßen. Trump erhebt Zölle auf chinesische Waren in Höhe von 20%. Europa konfrontiert er mit Zöllen in Höhe von 25% auf Aluminum und Stahl. Was er als Mittel zur Erfüllung seiner MAGA-Ideologie sieht, schadet der US- Bevökerung.

Er bricht damit wieder einen Handelskonflikt vom Zaun, auf den sich Peking jedoch vorbereitet hat – anders als die USA. Im Zuge des America First-Wahns platzte der Dow-Jones nach einem Höhenflug und der Erkenntnis der Investoren über die Folgen eines Handelskrieges und brach im letzten Monat um 3,5% ein. Während sich der Westen damit beschäftigen muss, die Folgen dieses Handelskonflikts im Zaum zu halten, profitiert unterdessen China.

Die Volksrepublik reagiert mit Gegenzöllen auf amerikanische Agrarprodukte. Die Maßnahmen zielen vor allem auf Regionen, in denen die Trump Anhängerschaft vertreten ist. Peking erweist sich bisher als kühler Gegenspieler. Anders als Trump denken die Chinesen langfristig. Die B.R.I.C.S.-Staaten oder die neue Seidenstraße stellen solche Projekte dar. Mit der neuen Seidenstraße hat China ein Infrastrukturprojekt im Entstehen, dessen Investitionskosten sich auf über eine Billion belaufen. Konkret bedeutet das, dass China neue Straßen, Zuglinien und Häfen in ganz Asien, Afrika und in Teilen Europas und Südamerikas baut, sowie die Erschließung neuer Handelsrouten durch die Arktis.

Dafür bietet Peking chinesische Kredite an Schwellenländer wie Äthiopien, Malaysia oder Sri Lanka. Diese Länder werden so in eine Abhängigkeit gebracht, da sie unter anderem ihre Schulden nicht zurückzahlen können. China profitiert im Umkehrschluss von Rohstoffvorkommen in diesen Ländern. China baut seinen Machtbereich also weiter aus, sichert sich seltene Erden und schmiedet Allianzen gegen den Westen, der gerade von seiner Supermacht verstoßen wird.

Und Europa?

Die europäische Union hat sich im Dezember vergangenen Jahres mit den Mercursor-Ländern auf ein Abkommen geinigt. Ziel ist es, Zölle abzubauen und einen freien Markt für über 700 Millionen Menschen zu schaffen. Das ist ein wichtiger Schritt, denn es bedeutet neue Handelsräume für europäische Unternehmen.

Außerdem kündigte Ursula von der Leyen an, die Verhandlungen zu einem Abkommen mit Indien wieder aufzunehmen, dem Land, das von einigen als rising star angesehen wird, der sich bisher jedoch als durchaus schwieriger und harter Handelspartner präsentiert. Ein Erfolg der Verhandlungen, der uneingeschränkteren Handel mit Indien ermöglichen würde, hätte für beide Partner enormes Potential.

Seit der Industrialisierung konnte Europa immer durch Erfindungen glänzen:

Der Dynamo, den Werner von Siemens erfand;

die Glühbirne durch Heinrich Göbel;

die Forschungen und Erkenntnisse zur Radioaktivität durch Marie Curie;

das erste Motorrad und Automobil, erfunden von Carl Benz und Gottlieb Daimler…

Die Liste ist lang. Europas Potential liegt also in der Ideenfindung, dem Erfindertum, in hoch komplexer Technologie.

Ideen entstehen nur in Freiheit, deswegen schafft es China auch nur zu kopieren, nicht zu entwickeln. Nirgends auf der Welt kann man so einfach in Nachbarländern studieren, wie das mit Erasmus möglich ist. Nirgends sind staatliche Schulen und Universitäten so gut.

Europas Chance liegt also in den Ideen, die durch hervorragende Bildung an Schulen und Universitäten entstehen können. Durch die Vielfalt der Kulturen der europäischen Länder. Und die Möglichkeit zur freien Entfaltung. Die Schwierigkeit besteht darin, jene wirtschaftliche und politische Stärke zu zeigen, diese Ideen angemessen umzusetzen und zu vermarkten.

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Çiğ köfte – Leckere vegane Rezeptidee für den Fastenmonat Ramadan

Musliminnen und Muslime auf der ganzen Welt feiern noch bis zum 29. März den Fastenmonat Ramadan. Auch in unserer Schulgemeinschaft gibt es Schülerinnen und Schüler, die in diesem Jahr wieder oder zum ersten Mal im Rahmen des Ramadan fasten. Für sie gilt: Rund 30 Tage darf tagsüber nicht gegessen und getrunken werden. Erst nach dem Iftar, dem Sonnenuntergang, brechen die Gläubigen das Fasten. Dann treffen sich die Gläubigen zu einem Festmahl.

Oftmals treffen sich hierfür die Familien und ganze Freundeskreise, um gemeinsam das Fasten zu brechen und in der Gemeinschaft zu speisen und zur Ruhe zu kommen. Nachdem man zuvor den ganzen Tag nichts gegessen und getrunken hat, ist es da wichtig, dass das Essen besonders lecker und auch bekömmlich ist!

Eine leckere Vorspeise, die sich da auf dem Tisch finden könnte, ist çiğ köfte. Traditionell wird çiğ köfte mit rohem Fleisch zubereitet und kommt ursprünglich aus dem Südosten der Türkei. Aber die fleischlose Variante ist ebenfalls sehr beliebt, besonders bei uns Deutschland.

Unser Kulinarikredakteur, Mats Rehnert, teilt in diesem Beitrag sein Rezept für die frisch-würzigen Bulgurrollen. Viel Spaß beim Nachkochen!

Ein Rezept von Mats Rehnert.

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„Die Weber“ rufen zum Aufstand auf und die Mörike-Theater-AG begeistert das Publikum

Am 29. und 30. Januar führte die Ober- und Mittelstufen-Theater AG des Mörike das Stück „Die Weber“ auf. Das berühmte Werk des deutschen Dramatikers Gerhart Hauptmann basiert auf dem 1844 mit Militärgewalt niedergeschlagenen Weberaufstand in Schlesien und führte das Publikum in eine Zeit enormer sozialer Ungleichheit, damit einhergehender unerträglicher Ungerechtigkeit und Armut, aber auch aufkeimender Hoffnung und Gemeinsinns. Unsere Pelikan-Redakteurin Aata hat sich auf das Schauspiel eingelassen und ihre Wahrnehmung des Stücks in einer kurzen Rezension für uns zusammengefasst. Wer selbst keiner der Aufführungen beiwohnen konnte, erhält hier einen kleinen Einblick in das Theaterstück.

Viel Spaß beim Lesen!

In dem Theaterstück ging es – wie der Titel schon sagt – um Weber. Familie Baumert gehört zu den Webern, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts Baumwollstoffe herstellen. Die Arbeit ist schwer und die Fabrikanten bezahlen die Weber, wie es ihnen passt, aber immer zu wenig. Niemand kann sich Nahrungsmittel leisten, dafür haben alle Schulden bei dem Grundherrn. Der kranken Mutter kann man keine Medikamente kaufen, an einen Besuch beim Arzt ist erst gar nicht zu denken.

So geht es den Webern immer schlechter und schlechter. Die große Not der Weber führt zu Kummer und Wut. Der Jäger und Soldat Moritz bringt ein wenig Licht in den Alltag der Familien. Vor allem ermutigt er sie, sich zu wehren und ihre Stimmen zu erheben. Es kommt zum blutigen Aufstand der Weber.

Im Festsaal herrschte eine tolle Atmosphäre, alle fieberten mit. Man sah, wie gut sich die Theater-AG unter Leitung von Michael Wolf auf die Abende vorbereitet hatte. Bühnenbild und Kostüm waren bis ins Detail durchdacht, die schauspielerischen Darbietungen berührten das Publikum und weckten Mitgefühl und Verständnis für die Situation der Weber. Besonders beeindruckend waren die Einsätze zweier Charaktere, die spontan eingesprungen waren und mit nur wenigen Tagen Zeit für Proben und Textlernen Teil des Theaterstücks waren.

Der lang anhaltende Applaus war Zeichen genug für die tolle Performance der Mörike-Theater-AG. Da kann man sich schon auf das nächste Stück freuen!

 

Die Rezession verfasste Aata Frank.

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Die Mörike-Schülersprecher*innen im Interview

Das erste Schulhalbjahr haben sie bewerkstelligt. Unsere diesjährigen Schülersprecherinnen und -sprecher, Smilla, Matteo und Oskar sind mit spannenden und individuellen Ideen angetreten, ihr Amt für das Mörike auszuüben und damit das aktuelle Schuljahr für uns alle zu bereichern. Wir haben sie im Interview gefragt, aus welchem Grund sie Schülersprecher werden wollten, was ihre Pläne und Ziele für dieses Schuljahr sind und wie sie sich die „Schule der Zukunft“ vorstellen.

Viel Spaß beim Lesen!

 

 

 

Das Interview führte David Lionel Rueß.

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MöriKI – (Was) Müssen wir noch lernen? Eltern-, Schüler- und Lehrerschaft diskutieren über die Chancen von KI und lernen die Schule der Zukunft kennen

Am Dienstag, den 14. Januar 2025, fand im Festsaal des Mörike eine spannende Veranstaltung zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) statt. Unter dem Titel „MöriKI – (Was) Müssen wir noch lernen?“ kamen Eltern, Lehrer:innen, Schüler:innen und weitere Interessierte zusammen, um sich mit der Zukunft der KI auseinanderzusetzen.

Was war geboten?

  1. Der Mörike-Marktplatz: Bereits zu Beginn der Veranstaltung wurden die Klassenzimmer in einen „Marktplatz“ verwandelt, auf dem Schüler:innen und Lehrer:innen ihre aktuellen Projekte mit KI vorstellten. Hier konnte man sehen, wofür die Schülerinnen und Schüler KI bereits selber benutzen und welche Erfahrungen damit gemacht worden sind – von innovativen Tools bis hin zu kreativen Projekten, die von den Klassen selbst entwickelt wurden.
  2. KI-Flashlights: Auf der Bühne im Festsaal bekamen die Besucher:innen weitere Einblicke in die bisherigen Erfahrungen der Schule mit KI. Die Beiträge waren kurz, informativ und machten Lust, sich weiter mit dem Thema auseinanderzusetzen.
  3. Vortrag von Dr. Thilo Hagendorff: Dr. Hagendorff von der Universität Stuttgart sprach in seinem Vortrag über die „Ethischen Implikationen KI-gestützter Systeme für das Lernen und Lehren“. Er zeigte, dass KI nicht nur Chancen bietet, sondern auch Verantwortung verlangt. Besonders spannend war die Frage, wie man verhindern kann, dass KI-Systeme Vorurteile verstärken oder den persönlichen Austausch im Unterricht ersetzen.
  4. Podiumsdiskussion: Unter der Moderation von Journalistin Leonie Maderstein diskutierten Expert:innen wie Dr. Hagendorff, Lehrer:innen des Mörike, Eltern und Schüler:innen über die zentrale Frage der Veranstaltung: (Was) Müssen wir noch lernen? Dabei wurde klar, dass KI eine Bereicherung sein kann, aber auch viele Herausforderungen mit sich bringt. Von der Frage, wie man KI richtig einsetzt, bis hin zu der Traumvorstellung der Zukunftsschule – das Publikum konnte live Fragen stellen und sich aktiv beteiligen.

Was nehmen wir mit?

Die Veranstaltung hat gezeigt, dass KI nicht nur eine „Spielerei“ ist, sondern unser Lernen und Lehren grundlegend verändern kann und über kurz oder lang auch verändern wird.

Die wichtigste Erkenntnis: Wir alle – Schüler:innen, Lehrer:innen und Eltern – müssen lernen, wie wir KI verantwortungsvoll nutzen.

Wer also die Chance hatte, dabei zu sein, hat sicherlich nicht nur viel gelernt, sondern auch einen Blick in die „Schule der Zukunft“ werfen können.

 

Von Timo Baier

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Salep: Rezeptidee für ein türkisches Wintergetränk

Die letzte Schulwoche vor den Ferien hat begonnen, die Musikerinnen und Musiker unserer vielfältigen Orchestergruppen und Bands sind in die heiße Probenphase vor dem Weihnachtskonzert am Donnerstag gestartet und in der Luft liegt eine weihnachtliche Vorfreude auf die Ferien – eine Zeit, in der wir uns mit unseren Familien auf besinnliche Adventstage einlassen, zur Ruhe kommen, uns mit Geschenken und gutem Essen verwöhnen und den hektischen Schulalltag zurücklassen können, bevor wir im neuen Jahr mit viel Elan wieder durchstarten können.

Um uns diese anstehenden Tage noch einmal zu versüßen, hat unser Redakteur, Mats Rehnert, ein weiteres weihnachtliches Rezept aufgestöbert: Salep – ein türkisches Wintergetränk, bei dem uns schon allein beim Überfliegen des Rezepts das Wasser im Mund zusammenläuft.

Viel Spaß beim Ausprobieren!


Von Mats Rehnert

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